Was wir machen

Die NRO „Sezam“ organisiert Weiterbildungen im Bereich der gewaltfreien Kommunikation und Friedensarbeit für Lehrer/-innen und andere Angestellte im Schulwesen. Die Weiterbildungen beruhen auf Förderung der sozialen und emotionalen Kompetenzen, die zur Änderung der persönlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse führen.

In unseren Workshops verwenden wir ein interaktives und partizipatives Lernmodell. Die Teilnehmer/-innen haben Zeit, sich kennenzulernen und neue Beziehungen zu knüpfen, die auf gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Achtung aufgebaut sind. Ein wichtiger Teil der Arbeit widmet sich dem friedvollen Kontakt zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen. In Gruppen von 20 Personen lernen die Lehrer/-innen sich selbst und andere durch die Methodologie der gewaltfreien Kommunikation kennen. Die gelernten Fähigkeiten können sie in verschiedenen Situationen und auf allen Ebenen der Kommunikation benutzen: in den Schulen, Familien, Institutionen; in Auseinandersetzungen und Konflikten verschiedener Art.


Thematische Einheiten:

  • Hör- und Sprachfähigkeiten,
  • gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg,
  • Arbeit an den Vorurteilen und Stereotypen,
  • Identitäten und Beachtung der Verschiedenheit,
  • Konflikte und Transformation der Konflikte,
  • Macht und Rollen,
  • Frauen und Frieden,
  • Umgang mit der traumatischen Vergangenheit,
  • Sorge für sich selbst..

Über die gewaltfreie Kommunikation

"Wir können das Leben wundervoll oder leidvoll für uns und für andere machen, je nachdem, wie wir denken und kommunizieren." Marshall Rosenberg

Das Modell, das wir bei dieser Arbeit anwenden, basiert auf den Theorien Marshall Rosenbergs, der das Konzept der gewaltfreien Kommunikation entwickelte. In Wirklichkeit handelt es sich dabei mehr um eine Kultur oder einen Prozess der Kommunikation. Die Grundidee dieses Konzepts besteht darin, Beobachtungen auszudrücken; Verantwortung für die eigenen Gefühle und Handlungen zu übernehmen; Bedürfnisse und Werte zu formulieren, anstatt anzugreifen, zu beschuldigen oder zu manipulieren; und Anliegen in einer positiven Handlungssprache zu formulieren.

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"Das ist die Kommunikation, die die Übernahme der persönlichen Verantwortung für die eigenen Entscheidungen unterstützt und die Qualität der Beziehungen als Grundziel befördert. Sie ist effektiv, auch wenn es um andere Menschen geht, die mit dem Prozess nicht vertraut sind" (We can work it out, Marshall B. Rosenberg, Ph.D.)

Gewaltfreie Kommunikation ist eine Philosophie und eine Sammlung von Ansichten, Meinungen und Fähigkeiten. Sie ermutigt uns, uns die Zeit zu nehmen und unsere Motive tiefer zu überprüfen und hingebend, mitfühlend und kreativ zu arbeiten. Sie hilft uns nicht nur, mit allen Lebewesen mitfühlend verbunden zu sein, sondern unterstützt uns auch beim Zeigen von Mitgefühl durch unsere Taten. Das Ziel ist, den Menschen zu helfen, sich zu vereinigen, so dass alle Seiten als vollständig und miteinander verbunden empfunden werden. Die Motivation für gegenseitige Unterstützung soll nicht auf Angst, Verpflichtung oder Schuld begründet sein. So wird Hilfeleistung zu einer zutiefst zufriedenstellenden Aktivität. Gewaltfreie Kommunikation verfeinert die Selbstwahrnehmung und die Wahrnehmung anderer Personen und fördert dadurch Empathie, gegenseitige Achtung und Sorge füreinander. Somit entwickelt sie den beidseitigen Wunsch – von Herzen zu geben.

DAS MODELL DER GEWALTFREIEN KOMMUNIKATION besteht aus vier Komponenten:

  • BEOBACHTUNGEN
    Der Prozess der gewaltfreien Kommunikation beginnt mit unserer Beobachtung.
    Wir drücken die konkreten Aktionen aus, die wir beobachten und bewerten, ob sie auf uns einen angenehmen oder unangenehmen Einfluss ausüben.
  • GEFÜHLE
    Wie fühlen wir uns in Bezug auf unsere Beobachtungen?
    Im zweiten Schritt der gewaltfreien Kommunikation drücken wir aus, was wir fühlen, wenn wir diese Ereignisse beobachten. Durch die Äußerung unserer Gefühle können wir uns leichter miteinander verbinden.
  • BEDÜRFNISSE
    Der dritte Schritt der gewaltfreien Kommunikation besteht aus der Äußerung der Bedürfnisse, die hinter unseren Gefühlen stehen. Wenn wir die Bedürfnisse artikulieren, die wir realisieren wollen, können sich die anderen mit uns identifizieren, was oft zum spontanen Gefühl der Gemeinsamkeit und der mitfühlenden Großzügigkeit führt.
  • BITTE
    Der vierte Schritt der gewaltfreien Kommunikation besteht darin, eine Anforderung oder eine Bitte zu stellen.
    Je verständlicher wir in der Kommunikation sind, d.h. in Bezug darauf, was wir von anderen erwarten, desto wahrscheinlicher ist es, dass unsere Bitte erfüllt wird. Wir sagen den Leuten, was wir wollen und nicht, was wir nicht wollen – wir benutzen die positive Handlungssprache.

Es ist wichtig zu betonen, dass die gewaltfreie Kommunikation nicht aus Formeln und Rezepten besteht. Das Konzept wird verschiedenen Situationen sowie verschiedenen Kulturen angepasst.
Der Schwerpunkt der gewaltfreien Kommunikation liegt im Erkennen und in der Anwendung dieser vier Komponenten und nicht darin, nach konkreten Formulierungen zu suchen.

Marshall Rosenberg (1999) "Nonviolent communication: A Language of Compassion" Puddle Dancer Press